Home Connect Plus für Smart Home Systeme

Steuerung von Smart Home Systemen mit Home Connect Plus

Zur Steuerung von Smart Home Systemen kann nicht immer die mitgelieferte App verwendet werden. Dies wird immer dann problematisch, wenn herstellerübergreifend SmartHome-Komponenten werden sollen. Die herstellerübergreifende Verwendung von Smart Home Komponenten kann dazu führen, dass jede mitgelieferte App installiert werden muss. 
In diesem Blog-Beitrag wird die App Home Connect Plus vorgestellt, die eine gemeinsame Nutzung aller Smart Home Komponenten ermöglichen kann.

Das Unternehmen Residential IoT Services GmbH aus Stuttgart hat die App Home Connect Plus entwickelt. Smart Home Komponenten unterschiedlicher Hersteller können hiermit iteinander verbunden sowie automatisiert und zentral gesteuert werden. Die Liste der kompatiblen Smart Home Komponenten ist mit 11 Seiten sehr umfangreich und kann im Internet hier heruntergeladen werden.

Das Unternehmen wurde 2018 als Start-Up gegründet und ist eine 100% Tochter der Robert Bosch GmbH.

Unsere Erfahrungen

Ein Erfahrungsbericht mit der App Home Connect Plus kann aufgrund der unzähligen unterstützten Systeme und Komponenten mitnichten umfassend sein. Es wird daher nur die Nutzung der App mit Homematic IP Smart Home Komponenten beschrieben.
Und hier kommen wir schon zu den Einschränkungen. Zur Integration von Smart Home Komponenten ist immer über die App des anderen Herstellers erforderlich. Die Smart Home Komponenten müssen erst mit der herstellerspezifischen App eingerichtet werden, bevor diese Komponenten in der Home Connect Plus App eingerichtet und benutzt werden können. Für die Komponenten von Homematic IP bedeutet dies, dass eine Integration von Smart Home Komponenten/Funktionen, die ausschließlich über eine CCU3 gesteuert werden, nicht mit Home Connect Plus integriert werden können.

Wenn zum Beispiel in einem Gebäude Smart Home Komponenten von Hörmann, Somfy, Philips Hue oder Shelly installiert wurden, werden zunächst vier Apps benötigt, um diese Komponenten einzurichten. Anschließend können diese mit der App Home Connect Plus integriert werden. Ob diese vier herstellerspezifischen Apps nach der Integration wieder vom Smartphone gelöscht werden können, ohne die Funktionalität der App Home Connect Plus zu beeinträchtigen, kann z.Zt. nicht gesagt werden. 

Der Erfahrungsbericht basiert auf einem Smart Home System – Homematic HP mit Access Point. Es werden Aktoren, Sensoren und Thermostaten in vier Wohnräumen und zwei (Wasch-)Kellern verwendet. Für jeden Raum kann in der Home Connect Plus App ein Board eingerichtet werden, in das dann Funktionen von Smart Home Komponenten angeheftet werden können. Die Funktionen und deren Komplexität wird durch die Smart Home Komponenten bestimmt. Sollten in der Home Connect Plus App Automationen schon gerichtet worden sein, können diese ebenfalls an ein Board angeheftet werden. Automationen werden in allen Apps durch Wenn-Dann-Regeln (ECA) definiert.

Die bidirektionale Kommunikation zwischen Homematic IP App und Home Connect Plus App funktioniert nicht immer.

Probleme

Für eine schaltbare Steckdose, an der ein Heizlüfter angeschlossen ist, wird in der Homematic IP App eine Wenn-Dann-Regel definiert. Beim Erreichen einer definierten Raumtemperatur wird die Steckdose wieder ausgeschaltet. Die Raumtemperatur wird durch einen externen Wandthermostaten gemessen. Der Zustand der Steckdose (aus) wird nicht korrekt an die Home Connect Plus App übertragen. In der Homematic IP App wird der Status der Steckdose jedoch als ausgeschaltet angezeigt.

Automationen können in der App Home Connect Plus und der Homematic IP App abweichend voneinander definiert werden und werden nicht synchronisiert.

Im Gegensatz zur Homematic IP App können bei der Home Connect Plus App bei Automationen auch Nachrichten hinzugefügt und verwendet werden. 

Fazit

Die Benutzungsoberfläche und Bedienung der Home Connect Plus App ist schon übersichtlicher als die der Homematic IP App, so dass diese App durchaus eine Alternative zu der herstellerspezifischen App ist.

Titelbild erstellt mit Mockuper.net
Bilder im Text: Smart Living

Jörg Dreikauß
Jörg Dreikauß
Studium der Informatik an der TU Dortmund. Abschluss 2004 Diplom Informatiker. Von 2004 bis 2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik, danach Technischer Leiter im Fraunhofer Spin-off Smart Living. Neufimierung 2013 in Smart Living - Anwendungen für Service-Wohnen als Geschäftsführer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Top